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Was ist der Mensch?

Der Mensch ist:
ein durch die Zensur gerutschter Affe;
das einzige Tier, das sich für einen Menschen hält;
ein Blinder, der vom Sehen träumt;
ein undankbarer Zweibeiner,
der sich alles fremd macht, in dem er mit seinem Bewußtsein Distanz zu allem schafft;
ein Exemplar der beispiellosen Geduld der Natur;
das einzige Geschöpf, das sich selbst nicht gewachsen ist;
das erröten kann;
das seine Lehrer straft (mal mit dem Tod am Kreuz, mal mit Schierlingssaft);
das lacht und weint;
das sich selbst belügt;
das erzogen werden muss;
das sich langweilt;
das Feuer machen kann;
das von sich eine schlechte Meinung hat;
das freundschaftlichen Verkehr mit seinen Opfern pflegen kann bis es sie verspeist;
das weiß, daß es sterben muß;
das sich selbst den Daumen halten kann;
das die  Zeit totschlägt (bis sie sich revanchiert);
das gesellig und zugleich ungesellig ist;
das zwei Leidenschaften hat: Krach zu machen und nicht zuzuhören;
das immer ein wenig mehr Mut hat, als es verzweifelt ist;
der urteilende Ursachensucher;
das Raubtier mit den Händen, das sich selbst gezähmt hat;
die Dornenkrone der Schöpfung;
dieser lebende Staub ist nur zweierlei sicherlich: ein Wunder und das größte Rätsel.
Ansonsten ist er nur Entwurf, ist Weg, ist sowohl Verdauungsröhre
als auch ein Gott in Windeln.

Es liegt auch an dir, was du aus ihm machst.

Was ist schon der Mensch, dass du an ihn denkst?
Wie klein und unbedeutend ist er,
und doch kümmerst du (Gott) dich um ihn.
Ja, du hast ihm eine hohe Stellung gegeben
nur wenig niedriger als die Engel.
Mit Ruhm und Ehre hast du ihn gekrönt.
Du hast ihm Auftrag
und Macht über deine Geschöpfe gegeben.

Psalm 8,5-7

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