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… wäre schön, und scheint für viele das Schwerste zu sein. Deshalb werden Kinder von Erwachsenen oft beneidet, wegen ihrer Unbekümmertheit und Offenheit im Vertrauen. Mit ein Grund, warum sie jeden Tag aufs Neue, als Füllhorn wunderbarer Möglichkeiten erleben.

Dagegen glauben die Erwachsenen, nicht weniger an die unglaublichsten Dinge, weil es die „Anderen“ auch tun, oder weil ich das wie es ist „schon kenne“, oder weil „ich das immer schon geglaubt“ habe. Für diejenigen „ändert sich nix“, bzw. „wird es immer schlimmer“…

Wie mag sich wohl Petrus gefühlt haben, als er sich entscheiden musste, aus dem sicheren Boot zu steigen, um Jesus auf dem Wasser zu entgegen zu gehen? (Matthäus 14,28) Ein nüchterner Fischer, der die Gefahren eines Sturmes auf dem See Genezareth aus Erfahrung realistisch einschätzen konnte. Schließlich dachten alle anderen ebenso wie er: Jetzt geht es uns an den Kragen. Das überleben wir nicht.

Aber was wäre, wenn das was uns umbringen kann, nicht wert ist verglichen zu werden, mit dem, wer und was auf uns zu kommt?

Vertrauen ist die wertvollste Ressource für ein gutes Miteinander in unserem Beziehungsnetz. Wann immer wir uns bedroht fühlen, erhält die Fähigkeit zu Vertrauen als Erstes einen Dämpfer.

Die Jünger Jesu befanden sich in einer existentiellen Ausnahmesituation. Sie waren wegen eines Sturmes auf dem See Genezareth mitten in der Nacht in Seenot. Und als sie eine Gestalt auf sich zu kommen sahen, dachten sie, sie würden ein Gespenst sehen. Klar doch. Wenn wir Angst haben und es kommt etwas Unbekanntes auf uns zu, denken wir gleich an was Schlimmes. Es kommt uns nur schwer in den Sinn, dass das Neue, noch Unbekannte, was auf uns zukommt uns wohlgesonnen sein könnte.

Und wenn sich dann einer aufmacht und etwas wagt, was noch niemand versucht hat, dann irritiert das die anderen. Und wenn derjenige noch ein guter Bekannter ist, dann will man so einen „Lebensmüden“ erst recht zurückhalten und hinweisen auf die aktuelle Bedrohung durch den Sturm.

Manche meinen vielleicht deshalb so wenig wahrzunehmen von „Gottes Entgegenkommen“, weil die Aufmerksamkeit auf vermeintlich „Selbstverständliches“ und „Bekanntes“  gerichtet ist. Wir sehen keine Veränderung, weil wir 1000 wachsende Bäume nicht hören, aber den Lärm den ein fallender Baum verursacht. Und so erliegen wir der Illusion eigener Erwartungen und bisheriger Erfahrungen. Erschrocken über den Krach, fallender Bäume. Gebannt vom Sturm um uns her. Gelähmt von der Unsicherheit unseres Morgen.

Könnten wir sensibler werden, in unserer Aufmerksamkeit, würden wir weniger auf ein Wunder warten, als sie Alltäglichen staunend wahrnehmen. Mag sein dass was ich als „Wunder“ wahrnehme, andere völlig gleichgültig lässt. Sie halten es für „selbstverständlich“ und gegeben. Für andere ist das was sie auf sich zukommen sehen einfach nur bedrohlich. Erst der Verlust einer „Selbstverständlichkeit“, kann daran erinnern, still zu werden. Und erst das Innehalten und sich besinnen, macht uns offen, die Vielfalt an Wunder wieder wahrzunehmen.

„Seid Stille und erkennt, dass ich Gott bin“ Psalm 46,11

Der Moment der Entstehung von etwas Neuem – noch nicht dagewesenem, beginnt immer im Verborgenen. Die Verschmelzung von Ei und Samenzelle nimmt keine angehende Mutter wahr. Auch nicht die exponentielle Wachstumsexplosion des werdenden Lebens, bis es soviel Raum in ihr einnimmt, dass sie das werdende neue Leben wahrnehmen muss. Die fortwährende Zellteilung geschieht in einem rasend schnellen Wachstum aus kleinsten, für das menschliche Auge unsichtbaren Anfängen heraus. Die bewusste Wahrnehmung erfolgt erst Wochen später.

Neue Schritte wagen, vertraut dem Entgegenkommen Gottes und wagt etwas zum erstenmal. Dabei reicht aus, was ich schon kann um das Neue zu erfahren. Jede noch so gering erscheinende Intervention, ein Lächeln, ein gutes Wort, etwas Zeit zum Zuhören aus Wertschätzung und Absichtslosigkeit, konkrete machbare Schritte, schaffen aus kleinsten unscheinbaren Anfängen große Veränderungen. Nicht ist selbstverständlich. Vor allem nicht „einfach Glauben“ – um mehr Wunder und mehr Möglichkeiten zu erleben 🙂

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