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Ich will nicht auffallen
Am besten gar nicht fallen
Im freien Fall weiß man nicht, wo man landet
Mir ist so vieles abhanden gekommen – entfallen
Das Suchen bringt gar nichts zurück
Ich brauche Gewissheit
Gewiss doch

Quelle: „Die vergessene Generation“ von Sabine Bode

Seit Anfang des Jahres beschäftigen mich als Kriegsenkel die Leiden der Kriegskindergeneration. Also das Schicksal meiner Eltern.

Viele Gespräche, Aufzeichnungen und schmerzvolles wie heilsames Betrauern später gelingt es mir Schritt für Schritt versöhnlicher und verständnisvoller mit der Amnesie und der Gefühlsblockade meines Vaters, sowie dem emotionalen Mitteilungsdrang meiner Mutter umzugehen. Die Bombennächte, die Einsamkeit, die Vertreibung, der Kampf ums Überleben haben sich unauslöschlich in die Kinderseelen eingebrannt.

So vieles hat jeder entbehrt, erlitten, verloren. Das gilt es zu würdigen und wertzuschätzen. Sie haben ihr Bestmögliches daraus gemacht. Sie hatten niemanden, der ihnen das Trauern erlaubte, ermöglichte, darin begleitete. Doch irgendwann steigt die Erinnerung hoch. Und das ist gut so. Denn die Erinnerungen zulassen, heißt Zugang finden zu verschütteten Emotionen. Sich selbst besser wahrnehmen lernen. Zeit der Trauerarbeit. Die Erlebnisse meiner Eltern lassen auch mich selbst besser kennenlernen. Auch ich darf betrauern was meinen Eltern nicht möglich war zu geben. Und darf würdigen, was ihnen möglich war zu geben. Das heilt Beziehung.

Aus der Trauer darf allmählich Neues entstehen. Neue Kraft, Lebendigkeit und Freiheit.
Ja es gibt einen Weg der Heilung durch Trauerarbeit. Das ist kostbar vor Gott. Trauer hilft uns Gott, uns selbst und unsere Nächsten tiefer, umfassender und versöhnlicher wahrzunehmen.

Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten.
Weinend gehen sie hinaus und streuen ihre Samen,
jubelnd kehren sie zurück, wenn sie die Ernte einholen

Psalm 126,5-6

Selig sind die Trauernden; denn sie sollen getröstet werden

Matthäus 5,4

Denn die von Gott bewirkte Traurigkeit bewirkt eine neue Wahrnehmung und diese heilt uns. Wer sollte das jemals bereuen!

2.Korinther 7,10

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