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WIR SIND NIE GRUNDLOS WÜTEND ABER SELTEN AUS EINEM GUTEN GRUND
UNTERDRÜCKE DEN ZORN NICHT – ABER GIB IHM NICHT NACH!

Zorn ist eine Reaktion auf vermeintliche Nichtbeachtung, ungerechter Behandlung, Demütigung. Es ist die Reaktion von Opfern, welches sich an Tätern rächen wollen und somit ihrerseits zu Tätern werden.

Zorn hat nicht nur viele Gesichter, sondern auch Geschwister: Aggression, Neid, Ungeduld, Trotz, Eifersucht, Habsucht, Rebellion, Rachsucht, Wut, Raserei, Amok, Tobsucht, Selbsthass, Hass usw. Zorn blockiert unsere Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Wer zornig ist, sieht sich in der Regel in die Ecke gedrängt und ohne Ausweg. Er will sich mit Hilfe seines Zornes einen Ausweg erkämpfen. Adrenalinausschüttung pur.

Zorn kann nach aussen und nach innen gehen. Wer um sich schlägt oder in sich schlägt, will Unrecht sühnen, womöglich aus der Welt schaffen und potenziert doch nur das Böse, wenn das rechte Maß, die Angemessenheit verloren geht. Es gibt entweder zuviel – oder auch zuwenig. Beides schadet. Am menschlichen Zorn ist nichts heilig und vieles menschlich.

Undifferenzierter und undistanzierter Zorn, will dominieren, will Macht, will sein gegenüber entmachten. Zorn fragt nicht nach den Folgen. Er sieht nur ein Ziel seinen Zorn zu bewältigen, im „ausser sich sein“ und „aus der Haut fahren“. Warum? Weil das was er wahrnimmt ihn selbst verletzt.

Zorn kann nur sinnvoll transformiert werden, wenn sie zur Distanzierung vom Zornauslöser und differenzierten Auseinandersetzung mit dem eigenen Affekt führt. Wenn sich Wut wandelt in Mut, finden wir kreative Wege Böses mit Gutem zu überwinden. Rückzug ist keine Niederlage, sondern notwendige innere Sammlung. Mut verändert und durchbricht Eskalationsspiralen und ersetzt sie durch verträglichere Konstruktionen.

Ablenkung, aus dem Zimmer gehen, Zeit gewinnen, Auszeit im Gebet nehmen, verhindert destruktive Eskalationen. Die „Zornesröte“ zeigt, dass der Kampf im Inneren beginnt und dort zuerst gelöst werden muss, bevor die Auslöser im Aussen konstruktiv-kreativ verändert werden können. Der Sieg über sich selbst in der Schmerzbewältigung, im betrauern, schafft die Voraussetzung dass diese transformierte, freiwerdende Energie konstruktiv  nutzbar wird. Zorn ist das Stoppschild, welches auf ein verletztes Bedürfnis hinweist. Dieses gilt es zu würdigen und berechtigterweise so zu kommunizieren, dass Raum für dessen Befriedigung geschaffen wird – unabhängig vom Auslöser, der enttäuschten Erwartung, der durchkreuzten Freiheit!

Der innere Kampf, der den Zorn ausgelöst durch den Schmerz soweit reduziert, dass er wieder handlungsfähig wird, erträgt erduldet ein ungerechtfertigtes Kreuz nur für eine bestimmte Zeit. Nämlich solange, bis es ihm möglich ist, wiederaufzuerstehen um Lösungsmöglichkeiten auf einer anderen Ebene anzubieten, als dort und auf die Weise, auf der sie entstanden sind. Diese Vorgehensweise, mit seinem Zorn die Nähe Gottes suchen, bis er kontrollierbar wird, ist der Beginn des Wunders geistlicher Erneuerung.

Der Zorn ist eine heilige Flamme in der Hand Gottes, aber er ist ein Sklave des Teufels wenn er sich austobt!

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